Grüne Liste Prävention

In Deutschland existiert eine Fülle von Programmen, die zum Ziel haben, der Gewalt, der Kriminalität, dem Suchtverhalten und anderen Problemverhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Diese Programme sind in Bereichen wie der Eltern- und Familienbildung, der Kompetenzförderung bei Kindern und Jugendlichen, in der Kindertagesstätte und der Schule oder im sozialen Umfeld der Nachbarschaft angesiedelt.
Die "Grüne Liste Prävention" will den Stand der Entwicklung von ausgewählten Programmansätzen möglichst genau abbilden.

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Aggressive Kinder und Jugendliche: Mangel an evidenzbasierten Interventionen

Externalisierende Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter, wie Aggressivität, Gewalt und Delinquenz, sind ein folgenreiches Problem. Der Beitrag geht den Ursachen und Interventionsmöglichkeiten nach.

Quelle: Sonnenmoser, M. (2011) Deutsches Ärzteblatt PP 10, S. 325

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Faustlos - Gewaltprävention in der Grundschule

Faustlos ist ein Gewaltpräventionsprogramm zur Förderung der emotionalen Kompetenzen von Kindern im Grundschulalter. Im Mittelpunkt des Curriculums stehen die Förderung der Empathiefähigkeit, eine Verbesserung der Impulskontrolle sowie ein angemessener Umgang mit Ärger und Wut. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde das Programm mit 13 Grunschulklassen durchgeführt. Hier zeigte sich insbesondere bei den Jungen und Schülerinnen und Schülern mit hohen Aggressionskennwerten ein deutlicher Rückgang in den Aggressionskennwerten und ein deutlicher Anstieg in der Empathiefähigkeit verglichen mit den Kontrollgruppenschülerinnen und -schülern, die nicht an dem Programm teilnahmen.

 

Quelle: Bowi, U. / Ott, G. / Tress, W. (2008) Praxis für Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 57 (7), S. 509-520

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Gewaltpräventive Aspekte der sinnverstehenden psychomotorischen Entwicklungsbegleitung

Der Beitrag setzt sich mit der sinnverstehenden psychomotorischen Entwicklungsbegleitung von Kindern und Jugendlichen im Kontext der Gewaltprävention auseinander. Im Vordergrund steht dabei die gewaltpräventive Erfahrungsbildung im intermediären Schutzraum, die von der leiblich-szenischen Präsenz des Psychomotorikers
in der dialogischen Verwicklung getragen ist.

 

Quelle: Franz, S (2008) Motorik 31 (1), S. 11-17

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Gegen Gewalt ankämpfen: Ringen und Raufen als präventives Angebot im Kindergarten

Zu den wichtigsten Zielsetzungen psychomotorischer Entwicklungsförderung gehören der Aufbau eines positiven Selbstkonzepts sowie die Entwicklung sozialkompetenten Verhaltens. Kind- und altersgemäße Bewegungs- und Spielangebote können dabei insofern gewaltpräventiv wirken, da hier ein verantwortungsbewusstes, reflexives und selbstbestimmtes Verhalten in der Auseinandersetzung mit der personalen und dinglichen Umwelt gefordert und gefördert wird. „Ringen, Raufen, Miteinander-Kämpfen“ zeigt sich unter dieser Perspektive als ein besonders geeignetes Thema psychomotorischer Bewegungserziehung im Elementarbereich. Schon im frühen Kindesalter wird die Bedeutung eines respektvollen und menschlichen Umgangs miteinander vermittelt und kann in zentralen Erfahrungsfeldern wie „Kooperation“, „Körperkontakt“, „Nähe und Distanz“, „Vertrauen“ unmittelbar erlebbar gemacht werden.

 

Quelle: Beudels, W. (2008) Motorik 31 (1), S. 25-34

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Wirkkomponenten der psychomotorischen Gewaltprävention

Der Beitrag geht von der These aus, dass das Navigieren im vielfältigen und mehrdeutigen Feld der Gewaltprävention auf eine Auseinandersetzung mit grundlegenden Wirk- komponenten angewiesen ist. Diese Wirkkomponenten werden nur vor dem Hintergrund elementarer Grund- bedürfnisse verständlich, da diese die wesentlichen Motoren menschlichen Erlebens und Handelns darstellen. In diesem Zusammenhang kann gewalttätiges Verhalten als eine subjektiv sinnvolle Form der Bedürfnis-befriedigung verstanden werden, die jedoch für mindestens eine Person problematisch ist. Diese Person ist nicht zwangsläufig nur das Opfer, vielmehr soll im Folgenden gezeigt werden, dass die Wirk-komponenten der psychomotorischen Gewalt-prävention für alle Beteiligten – und damit auch für die Täter - von weitreichender Bedeutung für eine gelingende Lebensführung sein können. Mit der vorgelegten Argumentation soll zugleich eine Diskussion über Wirkfaktoren in der Psychomotorik angeregt werden.

 

Quelle: Jessel, H. (2008) Motorik 31 (1), S. 3-10

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Verhaltensprobleme und das Erkennen mentaler Zustände im Vorschulalter

Es wird eine Methode vorgestellt, die die Fähigkeit von Vorschulkindern erfasst, Emotionen und Intentionen in emotional bedeutsamen Situationen zu erkennen (intentional reflectiveness und emotional reflectiveness). Zudem werden Zusammenhänge zwischen dieser Fähigkeit und Verhaltens- auffälligkeiten analysiert. Dazu wurden 70 Kinder am Ende von Geschichten, die sie im Rahmen eines Story Stem Interviews selbst konstruiert hatten, einerseits nach Handlungsintentionen, andererseits nach emotionalen Zuständen einzelner Spielfiguren gefragt.
Die Antworten wurden anhand einer sechsstufigen Ratingskala abgebildet. Die damit erhobenen Werte werden dann in Zusammenhang gebracht mit dem per Fragebogen von den ErzieherInnen im Kindergarten eingeschätzten Verhalten der Kinder. Dabei zeigt sich, dass hohe emotional reflectiveness signifikant mit erhöhter psychosozialer Anpassung in Zusammenhang steht. Wir verstehen dies als Hinweis darauf, dass die Fähigkeit, Emotionen in anderen zu erkennen und zu benennen eine wichtige protektive Funktion bereits im Kindesalter ausübt.

Quelle: Juen, F / Schick, A. / Cierpa, M. / Benecke, C. (2009) Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 58 (9), S. 407-418

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Verhaltensauffälligkeiten im Vorschulalter

Verhaltensauffälligkeiten treten in den ersten Lebensjahren häufig auf. Kinder schreien übermäßig, wollen nicht alleine schlafen, leiden unter Angstträumen, nässen ein, zeigen Trotzreaktionen, sind sehr schüchtern oder beißen andere Kinder. Viele dieser Verhaltensweisen treten altersspezifisch auf und gehören zur normalen Entwicklung eines Kindes. Ob eine Verhaltensauffälligkeit als Störung bezeichnet wird, hängt von Häufigkeit, Intensität und Dauer des Verhaltens, vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes und der Einschätzung des Umfelds ab. Seit vielen Jahrzehnten versuchen Medizin, Psychologie und Pädagogik die Vielfalt von beobachtbaren Verhaltensabweichungen bei Kindern durch Klassifikationen zu ordnen. Der vorliegende Artikel setzt sich kritisch mit Klassifikationssystemen von Verhaltensstörungen auseinander, vermittelt eine entwicklungspädiatrische Sichtweise und nennt Beispiele.

 

Quelle: Jenni, O. (2009) Kinderärztliche Praxis 80 (3), S. 180-188

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Was wird aus delinquenten Kindern?

Berichtet wird über die Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung an ehemals delinquenten Kindern, die hinsichtlich ihrer polizeilichen Registrierungen vor und nach dem 14. Lebensjahr stratifiziert erfasst worden waren.

Quelle: Remscheidt, H. / Walter, R. (2010) Deutsches Ärzteblatt 107 (27), S. 477-483

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Aggressives Verhalten bei Kindern: Frühzeitige Intervention abstimmen

Nur die Kooperation von Kinder- und Jugendärzten mit Kindergärten, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen verhindert eine frühe Verstärkung aggressiven Verhaltens.

Quelle: Petermann, F. / Lehmkuhl, G. (2010) Deutsches Ärzteblatt 107 (41), S. A 1970

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