Stellt die frühe Kindheit Weichen?

Im September 2015 haben das Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg und das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) zu einer Tagung zum Thema „Stellt die frühe Kindheit Weichen?“ eingeladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus dem In- und Ausland stellten neueste Erkenntnisse vor, die die besondere Bedeutung der frühen Kindheit für das spätere Leben belegen. Zugleich wurden Wege zu einer Unterstützung von Eltern aufgezeigt. Die Publikation dokumentiert die meisten Vorträge kurz und prägnant und gibt Hinweise auf weiterführende Literatur.

Quelle: Verschiedene Referenten einer Fachtagung (2015) Tagungsbegleiter (Broschüre), Hrsg.: bzga, Bestell-Nr. 16000173 / Download, 82 Seiten

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Das Emotionsverständnis von viktimisierten und mobbenden Kindern im Kindergarten - Ansatzpunkte für eine Prävention?

Opfer von Mobbing zu werden ist eine der negativsten sozialen Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter. Emotionen spielen in solchen Interaktionen eine zentrale Rolle. Umso erstaunlicher ist, dass sozio-affektive Fertigkeiten von viktimisierten und mobbenden Kindern bisher kaum untersucht worden sind. In dieser Studie wurde das Emotionsverständnis von Schweizer Kindergartenkindern im Alter zwischen vier und sieben Jahren mit dem Test of Emotion Comprehension (TEC) und einer Emotionserkennungsaufgabe geprüft. Durch das Rating der Kindergärtnerinnen konnte für jedes Kind seine individuelle Ausprägung in erlebter Viktimisierung und im gezeigten Mobbingverhalten ermittelt werden.

Quelle: Baumgartner, Adrian (2010) Praxis für Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 59, 513 - 528

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Was kannst Du tun, um Dich nicht mehr zu fürchten? Strategien zur Furchtregulation im Kindergartenalter

In den letzten zehn Jahren konnte in zahlreichen Untersuchungen mit Kindern ihr umfangreiches Wissen über Emotionen nachgewiesen werden. Weniger ist darüber bekannt, was Kinder über Möglichkeiten der Regulation von Emotionen wissen. Während Ergebnisse aus Befragungen eine eher späte Entwicklung des Wissens über kognitive Strategien zur Regulation von Emotionen nahe legen, ist auf der Basis der Theory of Mind-Forschung eine frühere Entwicklung des Wissens um Strategien der Emotionsregulation zu erwarten. Die vorliegende Untersuchung geht der Frage nach, ob Kindergartenkinder in der Lage sind, effektive von ineffektiven Strategien der Furchtregulation
zu unterscheiden.

Quelle: Janke, Bettina (2010) Praxis für Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 59, 561 - 575

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Die Entwicklung des Emotionswissens und der behavioralen Selbstregulation bei Vorschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund

Die vorliegende Untersuchung erkundet, ob sich Kindergartenkinder mit und ohne Migrationshintergrund
in ihrem Emotionsverständnis und ihrer behavioralen Selbstregulation unterscheiden. 356 drei- bis sechsjährige Kinder mit deutschen Eltern wurden mit 115 Kindern mit mindestens einem nicht-deutschen Elternteil hinsichtlich ihres Emotionsverständnisses (TEC) und ihrer Selbstregulation (HTKS) miteinander verglichen, wobei zunächst nur das Alter der Kinder kontrolliert wurde. Dabei konnten starke Haupteffekte für den Migrationshintergrund und keine Haupteffekte für das Geschlecht nachgewiesen werden. Nach Berücksichtigung des Sprachverständnisses der Kinder verschwand der Einfluss des Migrationshintergrundes auf das Emotionsverständnis und die behaviorale Selbstregulation. Vielmehr konnte eine bedeutsame Rolle des rezeptiven Sprachverständnisses festgestellt werden, die wiederum mit dem Herkunftsland der Eltern zusammenhing. So zeigten Kinder mit mindestens einem nicht-deutschen Elternteil im Mittel ein schlechteres Sprachverständnis sowie weniger gut ausgebildete Fähigkeiten beim Emotionsverständnis und bei der behavioralen Selbstregulation als Kinder mit zwei deutschen Eltern. Die Rolle der Sprache beim Erwerbvon Emotionsverständnis und Selbstregulation wird diskutiert.

Quelle: Köckeritz, M. / Klinkhammer, J. / Salisch, von M. (2010) Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 59, 529 - 544

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Emotionsregulationsstrategien und aggressives Verhalten im Kindergartenalter

In der vorliegenden Studie (N = 193) wurde untersucht, ob sich körperlich und relational aggressive Kinder im Kindergartenalter (mittleres Alter: 55 Monate) in ihren Emotionsregulationsstrategien von ihren unauffälligen Altersgenossen unterscheiden. Zur Erhebung der Emotionsregulation wurde eine strukturierte, videografierte Verhaltensbeobachtung durchgeführt, in der gezielt Frustration ausgelöst wurde. Anschließend wurden Regulationsstrategien in sieben verschiedenen Kategorien ausgewertet. Körperlich und relational aggressives Verhalten wurde durch die Erzieherinnen beurteilt. Die relational und körperlich aggressiven Kinder wurden durch Cut-off-Werte ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass aggressive Kinder in ihrer Emotionsregulation gefördert werden sollten.

 


 

Quelle: Helmsen, Johanna / Petermann, Franz (2010) Praxis für Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 59, 775 - 791

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Chronische Erkrankungen im Kindesalter

Die Broschüre richtet sich an Eltern von Kindergarten-und Schulkindern (3-14 Jahre). Sie informiert über die häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter und die damit zusammenhängenden gemeinsamen Probleme für Elternhaus, Kindertagesstätte und Schule bei: Allergien  / Erkrankungen der Atemwege / Erkrankungen der Haut / Neurofibromatose Typ 1 / Chronische Darmentzündungen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ-2  /  Angeborene Herzfehler  / Epilepsien / Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
 

Quelle: Herausgeber: BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) (2009) 1. Auflage, 59 Seiten

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Kindliche Kompetenzen im Alltag (KiKA) und gelungener Schulstart

Angesichts steigender Heilmittelverordnungen untersucht die vorliegende Studie erstmals, wie regelmäßig nichtbehinderte Vorschul- und Grundschulkinder Verrichtungen des täglichen Lebens ausführen und ob es einen Zusammenhang zwischen Alltagspraxis und erfolgreichem Schulstart gibt. Material und Methoden: Elternfragebogen (n = 623) und Lehrereinschätzung (n = 250).

Quelle: Dernick, R. / Lange, S. / Esser, G. (2009) Kinderärztliche Praxis 80 (5), S. 350-357

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Verhaltensauffälligkeiten im Vorschulalter

Verhaltensauffälligkeiten treten in den ersten Lebensjahren häufig auf. Kinder schreien übermäßig, wollen nicht alleine schlafen, leiden unter Angstträumen, nässen ein, zeigen Trotzreaktionen, sind sehr schüchtern oder beißen andere Kinder. Viele dieser Verhaltensweisen treten altersspezifisch auf und gehören zur normalen Entwicklung eines Kindes. Ob eine Verhaltensauffälligkeit als Störung bezeichnet wird, hängt von Häufigkeit, Intensität und Dauer des Verhaltens, vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes und der Einschätzung des Umfelds ab. Seit vielen Jahrzehnten versuchen Medizin, Psychologie und Pädagogik die Vielfalt von beobachtbaren Verhaltensabweichungen bei Kindern durch Klassifikationen zu ordnen. Der vorliegende Artikel setzt sich kritisch mit Klassifikationssystemen von Verhaltensstörungen auseinander, vermittelt eine entwicklungspädiatrische Sichtweise und nennt Beispiele.

Quelle: Jenni, O. (2009) Kinderärztliche Praxis 80 (3), S. 180-188

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